Stiftungen gestalten Zukunft!
Der zehnte Berliner Stiftungstag 2019 im Rückblick

#Stif­tun­gen­Für­Zu­kunft


Grußwort und Eröffnung

Gruß­wort | Micha­el Mül­ler, Regie­ren­der Bür­ger­meis­ter von Berlin
Eröff­nung | Caro­la Schaaf-Derichs, Lan­des­frei­wil­li­genagen­tur Berlin

Eröff­nungs­re­den #Nach­Hör­bar

Caro­la Schaaf-Derichs 10:11–20:04, hier #Nach­Les­bar
Shel­ly Kup­fer­berg, Deutsch­land­ra­dio, Mode­ra­ti­on 20:05–26:25

Bot­schaf­ten zum 10. Ber­li­ner Stiftungstag


Saw­san Che­bli | Bevoll­mäch­tig­te des Lan­des Ber­lin beim Bund und Staats­se­kre­tä­rin für Bür­ger­schaft­li­ches Enga­ge­ment und Internationales

Sawsan Chebli

(1) Eine Min­der­heit ver­sucht, die Gesell­schaft aus­ein­an­der­zu­rei­ßen. Wir müs­sen uns dar­auf ein­stel­len, dass die Flieh­kräf­te stär­ker wer­den, und kön­nen nur gemein­sam unse­re Demo­kra­tie und unse­re Frei­hei­ten ver­tei­di­gen. Dabei brau­chen wir Stif­tun­gen als Part­ner an unse­rer Seite.

(2) Ber­lin ent­wi­ckelt sich zur Stif­tungs-Stadt & ich wün­sche mir unse­re Stif­tun­gen als Pio­nie­re! Sie kön­nen der Poli­tik Impul­se geben und sagen, was wir bes­ser oder anders machen kön­nen. Inte­gra­ti­on, Zuwan­de­rung, Digi­ta­li­sie­rung, Kli­ma — über­all ist die Stim­me von Stif­tun­gen gefragt.

Ste­fan Engel­nie­der­ham­mer | Geschäfts­füh­rer Ber­li­ner Stiftungswoche 

Stefan Engelniederhammer

(1) Noch stär­ker als heu­te muss sich unse­re wache und streit­ba­re Zivil­ge­sell­schaft den erklär­ten Fein­den der Demo­kra­tie ent­ge­gen­stel­len und die einst müh­sam errun­ge­nen Grund­rech­te verteidigen.

(2) Im Ver­bund mit NGOs, Ver­ei­nen und Initia­ti­ven kön­nen Stif­tun­gen in beson­de­rer Wei­se Ver­ant­wor­tung über­neh­men und Posi­ti­ves gestal­ten – als unver­zicht­ba­rer Anker der Zivilgesellschaft.

Prof. Dr. Hans Fleisch | Vor­sit­zen­der des Stif­tungs­rats der Heinz-Trox-Stif­tung, der Stif­tung Ber­lin Insti­tut und der FOX-Familienstiftung

(1) Wir müs­sen uns dar­auf ein­stel­len, dass die inne­ren und äuße­ren Fein­de der offe­nen Gesell­schaft noch wei­ter zuneh­mend und durch­aus intel­li­gent zivil­ge­sell­schaft­li­che Frei­räu­me, Orga­ni­sa­ti­ons- und Akti­ons­for­men und Metho­den sowie sozia­le Medi­en miss­brau­chen, um unse­re Demo­kra­tie zu attackieren.

(2) Die gemein­nüt­zi­gen Stif­tun­gen, egal wel­chen Sat­zungs­zweck sie haben, kön­nen und soll­ten ver­mehrt, ver­stärkt und koor­di­nier­ter zur wehr­haf­ten Ver­tei­di­gung der frei­heit­li­chen Demo­kra­tie ent­spre­chen­de Boll­wer­ke und zivil­ge­sell­schaft­li­che Akteu­re unterstützen.

Regi­ne Lorenz | Lei­tung Alli­anz Stif­tungs­fo­rum Pari­ser Platz — Ver­tre­te­rin der Ber­li­ner Stiftungsrunde

Regine Lorenz

(1) Wir soll­ten uns als Zivil­ge­sell­schaft dar­auf ein­stel­len, dass die Gefahr der zuneh­men­den Spal­tung unse­rer Gesell­schaft wei­ter wach­sen wird und dadurch Lösun­gen, die für alle gesell­schaft­li­chen Grup­pen glei­cher­ma­ßen hilf­reich sind, immer schwie­ri­ger werden.

(2) Stif­tun­gen kön­nen einer zuneh­men­den der Spal­tung der Gesell­schaft ent­ge­gen­wir­ken, indem sie durch geziel­te Pro­gram­me zu einem Aus­gleich zwi­schen den unter­schied­li­chen gesell­schaft­li­chen Grup­pen beitragen.

Prof. Johan­na Mair | Pro­fes­sor of Orga­niz­a­ti­on, Stra­te­gy & Lea­ders­hip Her­tie School of Gover­nan­ce Berlin

Johanna Mair

(1) Zivil­ge­sell­schaft muss sich pro­ak­ti­ver mit gesell­schaft­li­chen, öko­no­mi­schen und poli­ti­schen Dyna­mi­ken aus­ein­an­der­set­zen und die­se auch aktiv mit­ge­stal­ten können.

(2) Stif­tun­gen soll­ten zivil­ge­sell­schaft­li­chen Orga­ni­sa­tio­nen hel­fen muti­ger zu sein, auch wenn das heißt sich nicht immer kon­form – ‚so haben wir es immer gemacht‘ – zu verhalten.

Felix Olden­burg | Gene­ral­se­kre­tär des Bun­des­ver­ban­des Deut­scher Stiftungen 

Felix Oldenburg

(1) Aus rechts gegen links wer­den ande­re, gefähr­li­che­re Pola­ri­sie­run­gen. Die Zivil­ge­sell­schaft soll­te ihre Viel­falt nut­zen, damit dar­aus kei­ne Spal­tun­gen werden.

(2) Das Stif­ten muss (wie­der) ver­mehrt pri­va­te Ver­mö­gen für gro­ße Gemein­schafts­auf­ga­ben mobilisieren.

Erich Steins­dör­fer | Geschäfts­füh­rer Deut­sches Stif­tungs­zen­trum GmbH im Stifterverband

rich Steinsdörfer

(1) Das Leben und Han­deln in unse­rer #Zivil­ge­sell­schaft wird zukünf­tig noch kom­ple­xer: #Digi­ta­li­sie­rung, ver­än­der­te #Arbeits­wel­ten, #Res­sour­cen­knapp­heit und lei­der neu­er­dings auch der Schutz der #Demo­kra­tie rücken in den Vordergrund.

(2) Der Infor­ma­ti­ker Alan Kay sag­te: “Die #Zukunft kann man am bes­ten vor­aus­sa­gen, wenn man sie selbst #gestal­tet.” Das unab­hän­gi­ge Enga­ge­ment, mit dem Stif­tun­gen die Gesell­schaft prä­gen, ist ihr wert­volls­ter Bei­trag für unse­re Zukunft.


Stif­tun­gen gestal­ten Zukunft – wie und womit? Stiftungs-Talk

Mit Felix Olden­burg, Gene­ral­se­kre­tär BUNDESVERBAND DEUTSCHER STIFTUNGEN, Syl­ke Freu­den­thal, Vor­stand der VEOLIA STIFTUNG, Gemi­na Picht, FUTURZWEI. Stif­tung Zukunfts­fä­hig­keit und Jan Fed­der­sen, Vor­stand QUEERES KULTURHAUSE2H.
Es mode­rier­te Shel­ly Kup­fer­berg, Deutschlandradio.

Kurz zusam­men­ge­faßt von Sabi­ne Wolf

In den Bot­schaf­ten zum 10. Ber­li­ner Stif­tungs­tag wur­den unter ande­rem Inte­gra­ti­on, Zuwan­de­rung, Digi­ta­li­sie­rung, Kli­ma, Popu­lis­mus, die Spal­tung der Gesell­schaft als gro­ße Fra­gen der Zeit genannt. Wel­che wei­te­ren The­men sind in Zukunft für Stif­tun­gen wichtig?

Für Syl­ke Freu­den­thal gehört das The­ma Res­sour­cen­knapp­hei­ten als eine der gro­ßen gesell­schaft­li­chen Her­aus­for­de­rung in den The­men­ka­non der Stif­tun­gen. Sie unter­stich außer­dem, dass Stif­tun­gen als beson­de­res Know-How das Koope­rie­ren mit ver­schie­den Akteu­ren aus Zivil­ge­sell­schaft, Wirt­schaft und Wis­sen­schaft mitbringen.

Jan Fed­der­sen erläu­ter­te vor dem Hin­ter­grund der viel­fäl­ti­gen quee­ren wis­sen­schaft­li­chen Initia­ti­ven, die seit den 70er Jah­ren ent­stan­den sind, die Idee eines quee­ren Kul­tur­hau­ses als einen Teil der bzw. ein Geschenk an die Stadt­ge­sell­schaft ohne rei­nen Opfer­dis­kurs. Er stell­te fest, dass es bei der För­de­rung des quee­ren Kul­tur­hau­ses ohne Stif­tun­gen nicht gehen kann. Mit Stif­tun­gen kön­ne kor­ri­giert wer­den, was der Staats­ap­pa­rat sel­ber nicht leis­ten kann.

Gemi­na Picht wies dar­auf hin, dass Stif­tun­gen eine wich­ti­ge Ver­ant­wor­tung hin­sicht­lich der gesell­schaft­li­chen Aus­wir­kun­gen von Digi­ta­li­sie­rung aus einer Gemein­wohl­per­spek­ti­ve her­aus hät­ten. Über die Fra­ge, wel­che Gesell­schaft wer­den wir sein, fra­ge Futurz­wei aber auch: Wel­che Gesell­schaft wer­den wir gewe­sen sein? Mit die­sem gram­ma­ti­ka­li­schen Kniff wür­den wir in die voll­ende­te Zukunft rei­sen, auf die Gegen­wart zurück­schau­en und uns so fra­gen kön­nen: Was muss heu­te gesche­hen sein, damit wir an einem bestimm­ten Punkt herauskommen?

Die Fra­ge, in wel­cher Welt wir leben wol­len, scheint z.B. mit Blick auf die Frei­tags­de­mons­tra­tio­nen Fahrt auf­zu­neh­men. Wer­den Visio­nen der Zukunft auch in der Stif­tungs­sze­ne genü­gend diskutiert?

Felix von Olden­burg beton­te: „Stif­tun­gen müs­sen auch ihre eige­ne Zukunft gestal­ten“. Neben vie­len Stif­tungs­neu­grün­dun­gen sei näm­lich auch zu kon­sta­tie­ren, dass Stif­tun­gen im Ver­gleich zur dyna­mi­schen Ent­wick­lung von Pri­vat­ver­mö­gen nicht mit­ge­hal­ten haben. Stif­tun­gen müss­ten sich daher selbst aktua­li­sie­ren, zum einen durch ein moder­ni­sier­tes Stif­tungs­recht, das neue Frei­räu­me ermög­li­che, zum ande­ren gehö­re es auch dazu, kul­tu­rell mit neu­en Sinn­an­ge­bo­ten nachzulegen.

Syl­ke Freu­den­thal berich­te­te, dass sich die VEO­LIA-Stif­tung auf aktu­el­le The­men wie Kreis­lauf­wirt­schaft, Ener­gie­ef­fi­zenz und Res­sour­cen­schutz Was­ser­bio­di­ver­si­tät kon­zen­trie­re. Sie wies außer­dem auf die Ver­knüp­fung zwi­schen dem Unter­neh­men VEOLIA und der Stif­tung hin: Neben finan­zi­el­ler Unter­stüt­zung über­neh­me das Unter­neh­men Paten­schaf­ten in Form von Fach­ex­per­ti­se für För­der­pro­jek­te an. Als einen Aspekt der Wei­ter­ent­wick­lung von Stif­tun­gen nann­te sie das Leit­bild „Kli­ma­freund­li­che Stif­tun­gen“, das die VEO­LIA-Stif­tung mit ande­ren Umwelt­stif­tun­gen in den Stif­tungs­sek­tor getra­gen habe.

Jan Fed­der­sen ist bei der Zukunfts­ge­stal­tung das The­ma Inklu­si­on beson­ders wich­tig: Das quee­re Kul­tur­haus wol­le kei­ne Zwis­tig­kei­ten inner­halb der LGBT-Com­mu­ni­ty ver­tie­fen, son­dern gemein­sam wir­ken. Das, „was wir tun ist ein Teil der Zukunft die­ser Stadt. (…) Wir ver­kör­pern, wie ande­re Initia­ti­ven auch, das, was ein inter­es­san­tes Zusam­men­le­ben mög­lich macht – über unse­re Nische hinaus.“

Unse­re Gesell­schaft ist so, wie sie der­zeit funk­tio­niert, nicht nach­hal­tig, stellt Gemi­na Picht fest. Sie geht davon aus, dass fast jede*r Ein­zel­ne bestä­ti­gen wür­de, dass es so, wie wir momen­tan leben und wirt­schaf­ten, nicht wei­ter­ge­hen kön­ne. Aller­dings wüss­ten vie­le oft nicht, wie man sich auf den Weg machen kön­ne. FUTURZWEI habe daher „Geschich­ten des Gelin­gens“ und so Vor­bil­der für eine moder­ne sozi­al­öko­lo­gi­sche Trans­for­ma­ti­on gesam­melt. Der bei FUTURZWEI ange­sie­del­te inter­dis­zi­pli­nä­re Rat für digi­ta­le Öko­lo­gie möch­te dar­über hin­aus Ver­ständ­nis und Bot­schaf­ten schaf­fen, was bei der Digi­ta­li­sie­rung in Hin­sicht auf gesell­schaft­li­ches Gemein­wohl gewollt und nicht gewollt sei.

Felix Olden­burg ergänz­te: Stif­tun­gen sei­en kein rei­ner För­der­geld­au­to­mat, son­dern Eigen­tums- und Wirt­schafts­lö­sun­gen für vie­le Her­aus­for­de­run­gen unse­rer Gesell­schaft und stän­den daher auch in der Mit­te der Gesellschaft.

Wie wich­tig ist der Ver­net­zungs­ge­dan­ke unter Stif­tun­gen, wie und wo grei­fen Poli­tik und Stif­tun­gen zusammen?

Koope­rie­ren gehö­re zum Hand­werks­zeug von Stif­tun­gen, stell­te Syl­ke Freu­den­berg fest, einen guten Rah­men dafür böte zum Bei­spiel der Bun­des­ver­band Stif­tun­gen mit sei­nen Arbeits­krei­sen und Ver­an­stal­tun­gen. Ein The­ma, das die Stif­tun­gen gemein­sam umtrei­be, sei zum Bei­spiel das Gemein­nüt­zig­keits­recht, berich­te­te Felix Olden­burg. Auch für Stif­tun­gen sei die Fra­ge rele­vant, wie viel poli­ti­sche Akti­vi­tät inner­halb der Gemein­nüt­zig­keit erlaubt sei. Der Dia­log mit der Poli­tik gelin­ge vor allem dann, wenn man etwas anbie­ten oder zusam­men erar­bei­ten kön­ne. Mit dem Bun­des­prä­si­di­al­amt sei zum Bei­spiel ein gemein­sa­mes Pro­jekt dazu geplant, wel­che Anrei­ze und Instru­men­te für ver­mö­gen­de Men­schen geschaf­fen wer­den müs­sen, um ihr Ver­mö­gen zu stif­ten. Jan Fed­der­sen warf ein, dass – mit weni­gen Aus­nah­men –, der LGBT-Bereich wenig im Stif­tungs­um­feld ver­tre­ten sei.

Wo sind wei­te­re Ansatz­punk­te einer Stif­tungs­ar­beit der Zukunft?

Felix Olden­burg ver­wies auf die Debat­te um die Grund­sät­ze guter Stif­tungs­pra­xis. In den letz­ten Jah­ren bestan­den die Regeln zu guter Stif­tungs­pra­xis – ver­kürzt gesagt – vor allem aus Ant­wor­ten, wie ein Amt rich­tig aus­zu­füh­ren sei. Mitt­ler­wei­le müss­ten und woll­ten Stif­tun­gen aber auch Stel­lung bezie­hen zu Demo­kra­tie. Sie müss­ten sich neben den eige­nen Stif­tungs­zwe­cken mehr und mehr auch mit The­men wie Gen­der Main­strea­ming, Nicht-Benach­tei­li­gung von bestimm­ten Per­so­nen­grup­pen oder inter­na­tio­na­ler Ver­ant­wor­tung befassen.

Wie steht es um eine gesamt­ge­sell­schaft­li­che Vision?

Gemi­na Picht räum­te ein, dass für eine gesamt­ge­sell­schaft­li­che Per­spek­ti­ve das Sam­meln indi­vi­du­el­ler gelin­gen­der Geschich­ten allein nicht aus­reicht. Des­we­gen habe Futurz­wei gemein­sam mit der taz taz.FUTURZWEI ins Leben geru­fen, um mit die­sem For­mat Ant­wor­ten auf die Fra­ge zu fin­den: Wel­che poli­ti­schen Rah­men­be­din­gun­gen und Ideen brau­chen für wir eine sozi­al­öko­lo­gi­sche Trans­for­ma­ti­on? Gemi­na Picht erläu­ter­te das Span­nungs­feld, das sich ange­sichts der Fra­ge nach einer gesamt­ge­sell­schaft­li­chen Visi­on auf­macht: Zum einen sei eine offe­ne Gesell­schaft zu ver­tei­di­gen, zum ande­ren gäbe es men­schen­feind­li­che Strö­mun­gen, die nicht tole­riert wer­den kön­nen. Jan Fed­der­sen bot als Denk­lö­sung an: Gesamt­ge­sell­schaft­lich: das bedeu­tet, nicht ein­zel­ne Berei­che der Gesell­schaft zu iden­ti­fi­zie­ren, son­dern alle (demo­kra­ti­schen) Lebens­ein­stel­lun­gen als Stim­men eines sou­ve­rä­nen Kon­zer­tes zu betrach­ten, das die Mehr­heit dar­stel­le. Es gehe zum Bei­spiel bei „queer“ nicht um die Ver­wirk­li­chung einer Nische, son­dern um das Ange­bot einer gesell­schaft­li­chen Dif­fe­ren­zie­rung, die allen gefal­len könnte.

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Die Stif­tungs-Zukunfts-Labs

Die Zukunft des Ber­li­ner Immo­bi­li­en­mark­tes — zwi­schen Null­zins­po­li­tik und Regulierung

… mit Klaus Sie­gers, Vor­sit­zen­der des Vor­stan­des, Weber­bank Acti­en­ge­sell­schaft (Begrü­ßung) und Magnus And­res, Lei­ter Immo­bi­li­en & Finan­zie­run­gen, Weber­bank Acti­en­ge­sell­schaft (Vor­trag)

Zur Prä­sen­ta­ti­on ➔ hier (pdf, 1 MB)

Digi­ta­li­sie­rung pra­xis­ge­recht: Mei­ne Stif­tung sicher im Netz!

… mit Dani­el Hel­mes — Digi­ta­le Nach­bar­schaft | BBE/Deutschland sicher im Netz

Ein­wan­de­rungs­ge­sell­schaft heu­te: Gemein­sam für Diver­si­tät in Kunst und Kultur! 

Erfah­run­gen aus dem Kom­pe­tenz­ver­bund Kul­tu­rel­le Inte­gra­ti­on und Wis­sens­trans­fer (KIWit) — mit Jose­fi­ne Jochum, Syl­wia Plo­n­ka, Pro­jekt­lei­tung NeMO in KIWit | Bun­des­ver­band Netz­wer­ke von Migran­ten­or­ga­ni­sa­tio­nen (BV NeMO) e.V.

Zur Prä­sen­ta­ti­on ➔ hier (pdf, 1 MB)

Füh­ren & Lei­ten – eine pro­duk­ti­ve Her­aus­for­de­rung für Stiftungen

… mit Prof. Dr. Hans Fleisch, Rechts­an­walt bei Flick Gocke Schaum­burg, Ber­lin | Vor­sit­zen­der des Stif­tungs­rats der Heinz-Trox-Stif­tung, der Stif­tung Ber­lin Insti­tut und der FOX-Familienstiftung

Stra­te­gien für die Digitalisierung

… mit Dr. Patrick Gil­roy, ZiviZ im Stifterverband

Zur Prä­sen­ta­ti­on ➔ hier (pdf, 3 MB)

Talent kennt kei­ne Her­kunft. Chan­cen­ge­rech­te För­de­rung in außer­schu­li­schen Formaten.

… mit Katha­ri­na Ber­gun­de, Marén Hein­zel­mann und Ste­fan Neu­bert, Bil­dung & Bega­bung gGmbH, Stifterverband


Per­spek­ti­ven gewin­nen. Wie kön­nen Stif­tun­gen Zukunft gestalten?

Abschluss­run­de mit Prof. Dr. Hans Fleisch, Vor­sit­zen­der des Stif­tungs­rats der HEINZ-TROX-STIFTUNG, der STIFTUNG BERLIN-INSITUT und der FOX-FAMILIENSTIFTUNG, Sabi­ne Milo­wan, Lei­te­rin Kom­mu­ni­ka­ti­on und Öffent­lich­keits­ar­beit. DENKWERKSTATT DER MONTAG STIFTUNGEN und Mekon­nen Mesghena, Lei­ter Refe­rat Migra­ti­on & Diver­si­ty. HEINRICH BÖLL STIFTUNG.
Es mode­rier­te Shel­ly Kup­fer­berg, Deutschlandradio.

Kurz zusam­men­ge­faßt von Sabi­ne Wolf

Wel­che Poten­tia­le und Her­aus­for­de­run­gen gibt es für Stif­tun­gen, wenn sie Ihre Zukunft posi­tiv gestalten?

Nach Hans Fleisch gäbe es bei Stif­tun­gen eher zu viel Geld und zu vie­le Poten­tia­le als ein Man­gel dar­an. Die Her­aus­for­de­rung sei viel­mehr zu über­le­gen, wie Fund­rai­sing gut betrie­ben wer­den kann. In Deutsch­land blie­ben z. B. Sach- und Zeit­spen­den noch völ­lig ver­nach­läs­sigt. Außer­dem sei mit Hebel­wir­kung viel erreich­bar. In der Stif­tungs­fa­mi­lie gäbe es viel Soli­da­ri­tät auch unter­ein­an­der und somit Mög­lich­kei­ten, bei ande­ren Stif­tun­gen Unter­stüt­zung z.B. in Form von Bera­tun­gen und Fach­ex­per­ti­se zu fin­den. Poten­tia­le sehe er zahl­rei­che, unter ande­rem in Inves­ti­tio­nen in Koope­ra­tio­nen, in mehr The­men­set­zung und mehr poli­ti­schem Ein­fluss durch Stif­tun­gen. Die Her­aus­for­de­rung bestehe hier­bei, sich ange­sichts der viel­fäl­ti­gen Mög­lich­kei­ten auf bestimm­te Poten­tia­le zu kon­zen­trie­ren und die­se durch­zu­hal­ten, um die eige­ne Wir­kung rei­cher und wirk­sa­mer zu machen. Als gutes Bei­spiel nann­te er die Ent­wick­lung und Fokus­sie­rung der Hein­rich-Böll-Stif­tung hin zu einer Denkfabrik.

Mekon­nen Mesghena ging dar­auf ein, wie das Wis­sen, das von Stif­tun­gen erzeugt wird, auch tat­säch­lich in die Gesell­schaft hin­ein­wir­ken kann. Teils gäbe es, auch bei der Hein­rich-Böll-Stif­tung, jahr­zehn­te­lan­ge Stu­di­en und For­de­run­gen zu The­men, wie z.B. der Geschlech­ter­ge­rech­tig­keit, aber erst Bewe­gun­gen, die nicht immer logisch zu erklä­ren sei­en, elek­tri­sie­ren plötz­lich die Gesell­schaft und ent­fa­chen brei­tes Inter­es­se. So ent­fal­te z.B. der Hash­tag #metoo eine öffent­li­che Aus­wir­kung, die kei­ne Ana­ly­se, kei­ne Appel­le zuvor hat­ten bewir­ken kön­nen. Die­sen Mecha­nis­mus kön­ne man auf vie­le Berei­che über­tra­gen. Daher müs­se man nicht nur Zukunfts­sze­na­ri­en ent­wi­ckeln, die Hand und Fuß haben, son­dern immer auch am Puls der Zeit blei­ben und fra­gen: Was bewegt eigent­lich die Gesellschaft?

Für Sabi­ne Milo­wan zeig­te die Per­spek­ti­ven­viel­falt der heu­ti­gen Tagung die Kom­ple­xi­tät der Fra­ge nach der Zukunft von Stif­tun­gen. Hin­sicht­lich der Zukunfts­ge­stal­tung der eige­nen Arbeit berich­te­te sie, wie die Mon­tag Stif­tun­gen das Leit­mo­tiv des Stif­tungs­grün­ders „Han­deln und Gestal­ten in sozia­ler Ver­ant­wor­tung“ in einem umfas­sen­den Pro­zess reflek­tiert und die eige­ne Wir­kung über­prüft hätten.

Hans Fleisch berich­te­te, dass eine solch wich­ti­ge Ana­ly­se der eige­nen Arbeit noch nicht über­all in Stif­tun­gen statt­fin­de. Aus­ge­löst wür­de die Über­prü­fung der eige­nen Pro­zes­se oft erst durch Unzu­frie­den­heit oder durch einen Genera­ti­ons­wech­sel. Auch Ver­an­stal­tun­gen wie der heu­ti­ge Stif­tungs­tag kön­ne gute Impul­se dafür geben. Augen­zwin­kernd erläu­ter­te er die psy­cho­lo­gi­sche Kur­ve von Eupho­rie bis Frus­tra­ti­on einer Stif­tungs­grün­dung, die oft mit dem Ein­tritt im Bun­des­ver­band der Stif­tun­gen ende. Um bereits zuvor der Frus­tra­ti­on zu ent­ge­hen, emp­fahl er Stif­tun­gen, sich regel­mä­ßig die drei Ver­schwen­dungs­fra­gen zu stellen:
— Wie kann ich das­sel­be mit deut­lich weni­ger Zeit und Ein­satz erreichen?
— Wie kann ich mit dem glei­chen Auf­wand mehr entfalten?
— An wel­cher Stel­le muss ich mehr Geld aus­ge­ben, um das Ver­hält­nis von ein­ge­setz­ten Mit­teln und dem Effekt zu verbessern?

Wo setzt eine Stif­tung wie die Hein­rich-Böll-Stif­tung neue Impul­se, wenn The­men wie Kli­ma­schutz sogar poli­tisch weit ent­fern­te Orga­ni­sa­tio­nen erreicht hat? Für Mekon­nen Mesghena ist die­ses Auf­ein­an­der­zu­ge­hen, der Aus­tausch von Erfah­run­gen und Res­sour­cen ein Gewinn, der Ände­run­gen bewir­ken kann. Zwar müss­ten wei­ter­hin kon­tro­ver­se Wege gegan­gen wer­den, dies ent­sprä­che auch der Rea­li­tät der Gesell­schaft, aber gera­de an die­sen Rei­bun­gen las­se sich gut arbeiten.

Sabi­ne Milo­wan ging abschlie­ßend auf die Bedeu­tung der Pro­zess­ori­en­tie­rung neben der Ziel­ori­en­tie­rung inner­halb der Mon­tag Stif­tun­gen ein. Inner­halb eines Pro­zes­ses müs­se man so fle­xi­bel sein, dass eine Stra­te­gie jeder­zeit noch geän­dert und ange­passt wer­den kön­ne. Alles, was im Lau­fe eines Pro­zes­ses gesche­he oder sich ver­än­de­re, sei eben­falls als ein Ergeb­nis zu betrach­ten. Sie plä­dier­te dafür, stets reflek­tiert zu blei­ben und immer auch das eige­ne Leit­bild zu über­den­ken: Wenn sich die Gesell­schaft ändern, müs­se man das selbst auch.

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Von 2003 bis heute: Zehn Berliner Stiftungstage

Ber­li­ner Stif­tungs­tag 2003 — wie es anfing

Das Pres­se- und Infor­ma­ti­ons­amt des Lan­des Ber­lin teil­te am ➔ 5. März 2003 mit:

Am 13. Sep­tem­ber 2003 fin­det der Ers­te Ber­li­ner Stif­tungs­tag im Roten Rat­haus statt. Unter dem Mot­to „Ber­lin – Für eine enga­gier­te Stadt“ erhal­ten die Ber­li­ner Stif­tun­gen Gele­gen­heit, ihre Arbeit auf einem „Stif­tungs­markt“ zu prä­sen­tie­ren. Gebo­ten wird Bera­tung in allen Fra­gen des Stif­tungs­we­sens. Der Stif­tungs­tag soll den Kon­takt zwi­schen den Mit­glie­dern bestehen­der Stif­tun­gen för­dern und zur Grün­dung neu­er Stif­tun­gen ermu­ti­gen, also „anstif­ten zum Stiften“.

Die Senats­kanz­lei orga­ni­siert die Ver­an­stal­tung gemein­sam mit Part­ner für Ber­lin und dem Bun­des­ver­band Deut­scher Stif­tun­gen. Auf einer ers­ten Infor­ma­ti­ons­ver­an­stal­tung zur Vor­be­rei­tung des Stif­tungs­ta­ges am gest­ri­gen Abend im Roten Rat­haus, an der über 200 Ver­tre­te­rin­nen und Ver­tre­ter von Ber­li­ner Stif­tun­gen teil­nah­men, for­mu­lier­te der Chef der Senats­kanz­lei, Staats­se­kre­tär André Schmitz, das Ziel: „Wir wol­len, dass Ber­lin eine Stif­ter­stadt wird.“ Er wür­dig­te die über 500 Ber­li­ner Stif­tun­gen als wich­ti­gen Teil einer akti­ven und leben­di­gen Bür­ger­schaft. Ein ermu­ti­gen­des Zei­chen ist, dass in den letz­ten drei Jah­ren durch Neu­grün­dun­gen die Zahl der Stif­tun­gen in Ber­lin um rund 30 Pro­zent gestie­gen ist.

Eben­falls am 13. Sep­tem­ber 2003 fin­det der Drit­te Ber­li­ner-Frei­wil­li­gen-Tag statt. Stif­tungs­tag und Frei­wil­li­gen­tag unter­strei­chen die Bedeu­tung des Bür­ger­en­ga­ge­ments für eine Stadt wie Berlin.

Emp­fang anläss­lich des 10. Ber­li­ner Stif­tungs­tags
Foto­ga­le­rie & Rede Chris­ti­an Gaeb­ler, Chef Senats­kanz­lei, #Nach­Hör­bar

AUF WIEDERSEHEN
beim 11. Ber­li­ner Stif­tungs­tag
am 20. Novem­ber 2020
IM ROTEN RATHAUS


 

BERLINER STIFTUNGSTAG — Rück­blick 2019 | aktua­li­siert 09.12.2019
Bericht: Sabi­ne Wolf | Redak­ti­on online: Jo Rode­jo­hann
Alle Fotos: Gre­gor Bau­mann ©Lan­des­frei­wil­li­genagen­tur­Ber­lin

 

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